9 500 Zuschauer feiern Bilderbuch-Weltcup in Titisee-Neustadt

Dawid Kubacki aus Polen siegt, zwei Deutsche unter Top 10

Dawid Kubacki hat das erste Einzelspringen beim FIS Weltcup in Titisee-Neustadt gewonnen. Mit 141 Metern machte der Pole im zweiten Durchgang den weitesten Satz des Tages, im ersten landete er bei 140,5 Metern. Getragen wurde er vom Jubel mehrerer Hundert polnischer Fans. Nach dem Siegsprung verwandelte sich die Flutlichtarena in ein rot-weißes Fahnenmeer. Er habe sich „wie zuhause gefühlt“, sagte Kubacki in der anschließenden Pressekonferenz im Medienzentrum. „Vor dem Absprung ist man zwar total fokussiert, aber die Energie der Fans kommt oben an“, beschrieb der 29-jährige Pole die Heimspielatmosphäre – „ein großartiges Gefühl.“

Ein Extralob richtete der Pole an den Veranstalter: „Es gibt nur wenige Naturschanzen mitten im Wald wie hier in Neustadt. Wir lieben diese Anlage. Sie hat einen besonderen Charme.“ Wegen der langen Auslaufzone traue man sich auch weite Sprünge über 140 Meter zu, so Kubacki.

Insgesamt 9 500 Zuschauer ließen im Schmiedsbachtal Erinnerungen wach werden an die Boomjahre unter Sven Hannawald und Martin Schmitt. Für die deutschen Adler der Gegenwart reichte es am Samstag nicht ganz aufs Treppchen, aber zwei schafften es immerhin unter die Top 5. Stephan Leyhe und Constantin Schmid kamen auf exakt dieselbe Punktzahl und teilten sich Rang fünf. Hoffnungsträger Karl Geiger, der als Weltcupführender in den Schwarzwald anreiste, konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen – er wurde Zwölfter.

Den zweiten Platz belegte Stefan Kraft mit Sprüngen über 135,5 und 140,4 Metern. Auch der 26-jährige Österreicher schwärmte vom „perfekten Zustand“ der Hochfirstschanze. Hinzu kam, dass während des Wettkampfs kaum ein Lüftchen blies und damit „sehr faire Bedingungen“ herrschten. „Ich hatte viel Spaß“, so Kraft, der am Sonntag noch einmal „voll angreifen“ will.

Auf Platz drei landete Ryoyu Kobayashi, der in beiden Sprüngen 138,5 Meter weit flog. Der Japaner führt damit die „Titisee-Neustadt 5“an. Bei der neu eingeführten Wertung werden die Resultate der Qualifikation am Freitag und der beiden Weltcup-Wettbewerbe am Samstag und Sonntag zusammengerechnet. Dem Sieger winkt eine Prämie von 25 000 Euro. 

Am Sonntag geht es an der Hochfirstschanze weiter. Das Einzelspringen beginnt um 15.15 Uhr. Der Probedurchgang startet eine Stunde vorher.

Bilder: Markus Feser

   
Dawid Kubacki (POL)   Ryoyu Kobayashi (JPN)  
   
Stefan Kraft (AUT)